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Wagendörfer Tübingen BAMBULE e.V. &
KUNTABUNT e.V.
Tipps und Tricks: Solarstrom

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Inhalt
Wie viele Solarzellen brauche ich?
Kann ich eine 800W-Bohrmaschine mit zwei 50W-Panels
betreiben?
Was kann ich mit Solarstrom nicht betreiben?
Wie viele Batterien brauche ich?
Welche Batterien (Akkus) brauche ich?
Kann ich gebrauchte (KFZ-)Batterien verwenden?
Wie kann ich Batterien wirklich testen?
Wie schone ich meine Batterien?
Welche Lebensdauer hat eine Solaranlage?
Wie stelle ich meine Panels auf?
Was bringt ein Spannungswandler?
Wozu brauche ich den Regler?
Solarstrom hat nur 12V, ist also völlig ungefährlich?
Weshalb sind Solarkabel so teuer?
Wie messe ich die Spannung, Stromstärke und Verbrauch?
Wie messe ich den Ladezustand meiner Batterien?
Warum tut meine Anlage nicht mehr richtig?
Diese Frage lässt sich nicht geradewegs beantworten, aber es lässt sich
auflisten, womit sie zusammenhängt.
Was brauche ich? Licht, Musik, TV, Computer oder Laptop... ? Bin ich bereit im
Winter zwei Monate lang mit weniger Strom auszukommen (Spart ca. 30%)? Stehen
meine Panels zeitweise im Schatten?
Ein Hin- und Herrechen zwischen Leistung der Panels und Verbrauch der Geräte
möchte ich allerdings nicht empfehlen. Dann besser eine bestehende Anlage
anschauen (im Winter!) und überlegen: Brauche ich mehr oder eher weniger...
Ja, das geht
ganz gut. Auf der Bohrmaschine steht zwar 800W in Wirklichkeit braucht sie aber
viel weniger, und das nur für die Zeit, in der du wirklich mit ihr bohrst. Diese
Leistung kann deine Batterie bewältigen. Allerdings brauchst du einen geeigneten
Spannungswandler.
Alles was wärmt
oder kühlt braucht mehr Strom als eine kleine Anlage hergibt: Wasserkocher,
Heizgeräte, Kühlschrank, Föhn,...
Du kannst beliebig viele Batterien parallel (Plus an Plus - Minus an Minus)
zusammenschalten. Die Kapazität einer Batterie wird in Ah (Amperestunden)
angegeben. Theoretisch kann sie so viele Stunden lang einen 8-Watt-Verbraucher
betreiben. Die Angabe entspricht jedoch Idealbedingungen. Tatsächlich kommt eher
die Hälfte aus deiner Batterie, und auch das wird mit der Zeit spürbar weniger.
Damit deine Anlage optimal arbeitet ist etwa eine Ah (Amperestunde)
Batteriekapazität pro Watt-Panelleistung anzuraten. Stehen deine Batterien im
Freien musst du damit rechnen, dass sie bei -20 Grad nur noch halbe Leistung
bringen.
Es empfiehlt sich nicht kleine, bereits stark gebrauchte Batterien mit großen,
starken zusammenzuschließen. Trenne dich von alten Batterien (oder trenne sie
mit einer Diode als Ersatzbatterien vom Rest ab).
Solarbatterien
sind wesentlich teurer als gewöhnliche Autobatterien, obwohl sich beide nicht
wesentlich voneinander unterscheiden. Ich möchte als Alternative die
88Ah-KFZ-Batterien von FIAMM empfehlen, die über die WLZ zu beziehen sind. (Da
sie in großen Mengen in alle Traktoren eingesetzt werden sind sie besonders
robust und preisgünstig).
Ja, viele
angebrauchte Batterien sind noch solartauglich. Das Problem: Die Qualität einer
Batterie lässt sich nicht eben mal schnell messen. Für die Batterie spricht,
wenn sie eine möglichst hohe Spannung anzeigt und dabei noch eine 50W-Birne
betreiben kann. Auf vielen Batterien steht ihr Herstellungsdatum. Batterien die
unter 11V anzeigen besitzen in der Regel bereits irreparable Schäden. Manche
Batterien haben noch Deckelchen zum Aufschrauben. Man kann also hineinsehen, ob
noch alle sechs Zellen gut aussehen.
Lade die
Batterie auf über 13 Volt voll und trenne sie von allem anderen ab. Jetzt hängst
du eine Lampe (20 bis 50 Watt) daran und misst wie viele Stunden sie leuchtet.
Spätestens wenn die Batterie (ohne Lampe) 11,8 Volt anzeigt schaltest du ab.
Wenn du die tatsächliche verfügbare Kapazität berechnen willst: Kapazität in Ah
= Zeit (in Stunden) mal Leistung (der Lampe) durch 12. Falls du mehrere
Batterien über Jahre betreibst, mag es sich durchaus lohnen mit diesem Verfahren
defekte Batterien auszusondern.
Wenn du deine
Batterie nicht unter 12 Volt entlädst, hält sie wesentlich länger. Entlade sie
nie unter 11,5 Volt. Betreibe sie immer mit Regler. Lasse sie nie länger als
einen Monat stehen, ohne sie nachzuladen. Lasse eine wirklich leere Batterie
nicht im Frost stehen, sie gefriert. Schließe keine deutlich unterschiedlich
starken Batterien zusammen. Betreibe GEL-Solarbatterien nie mit einem
Regler der für Akkus mit flüssiger Säure eingestellt ist und umgekehrt nur
kurzfristig. Bei Batterien mit Deckelchen schaue ab und an nach, ob die
Flüssigkeit noch deutlich über den Metallplatten steht. Wenn nicht, füllst du
destilliertes Wasser nach. Verwende eine klar ablesbare
Ladezustandsanzeige.
Solarpanels und
der Regler sollten lange halten. Garantien von zehn oder zwanzig Jahren sind für
Panels die Regel. Die Batterien lassen jedoch kontinuierlich nach und müssen je
nach Gebrauch schon nach einigen Jahren gewechselt werden.
Sie sollten nach Süden weisen und so steil sein, dass die flache Wintersonne
möglichst senkrecht auf die Panels scheint. Steile Montage sorgt dafür,
dass Schnee gut abrutscht. Lasse unter dem Panel ausreichend Platz für
abgerutschten
Schnee. Achte auf sturmfeste Montage. Im Winter kommt übrigens über 50% des
Stroms aus diffusem Licht. Direkte Sonnenbestrahlung ist also nicht alles.
Du kannst mehrere, auch verschieden starke Panels zusammen schließen. Verbinde
sie parallel (Plus an Plus, Minus an Minus). Die Panels sollen unbedingt frei
von Schatten sein. Ein einziger Zweig vor dem Panel, ein einziges Blatt darauf,
legt es bereits ziemlich lahm. Oder anders gesagt 5% vom Panel im Schatten kann
leicht 50% weniger Leistung bedeuten.
Ein Spannungswandler kann die 12V aus der Solaranlage auf 230V hoch
transformieren. Mit echten Sinus-Wandlern kannst du alle 230V-Geräte betreiben.
Sinusähnliche (Rechteck oder Trapez) Wandler betreiben nicht alle Geräte. Sie
kosten aber wesentlich weniger und sind schon ab 50 Euro zu bekommen. An sie
kannst du Lampen, Akkuladegeräte, Laptops und Computer, ... anschließen,
Musikgeräte werden einen mehr oder weniger störenden Summton machen.
Achtung!!!: Schließe einen Spannungswandler immer direkt an die Batterie an,
niemals erst nach dem Regler.
Der Regler schützt deine Batterie und deine Geräte vor Über- oder Unterspannung.
Sie müssen in der Leistung deinen Panels angepasst sein: Bis zu 3,5 Ampere pro
50 W-Panel.
Es gibt einfache Regler und komplexe Regler, die deine Batterien auch dann noch
weiter laden, wenn sie schon ziemlich voll sind. Einfache Regler schalten hier
früh ab. Komplexe Regler sind teurer und produzieren Elektrosmog.
Ein Regler misst die Batteriespannung unter Last. Hast du viele Geräte an einer
schwachen Batterie angeschlossen kann er abschalten, obwohl noch einiger Strom
in der Batterie ist. Manche Regler haben einen sehr nützliche
Wiedereinschalttaste (Not-Ein), mit der du den Strom wieder einschalten kannst,
nachdem du unwichtige Geräte abgeschaltet hast.
Das stimmt leider nicht. Du kannst zwar bei der geringen Spannung keinen
Stromschlag bekommen, doch aufgrund der großen Stromstärke besteht Funken- und
Brandgefahr. Achte immer auf dicke Kabel. Wenn sich eine Leitung im Betrieb warm
anfühlt ist sie mit Sicherheit zu dünn. Besonders kritisch sind die
Kabelverbindungen. Verwende gute, ausreichend große Lüsterklemmen. Wesentlich
sicherer ist die Verbindung, wenn du die Drahtlitzen miteinander verlötest, ehe
du sie verschraubst.
Batterien können platzen. Achte darauf keine Funken zu erzeugen. Sei besonders
vorsichtig beim Anschließen keinen versehentlichen Kurzschluss mit noch losen
dicken Kabeln oder dem Schraubenschlüssel zu verursachen.
Batterien geben
kleine Mengen Gas (Chlor) ab, komplexe Regler und Spannungswandler erzeugen
Elektrosmog, teils mit starken Strömen.
Solarkabel müssen ausreichend stark sein. Das kann ziemlich teuer werden. Je
länger die Leitung und je höher die Stromstärke, um so dicker sollte die Leitung
sein. Alle Leitungen die im Betrieb warm werden sind eindeutig zu schwach! Die
Kabel müssen nun nicht gerade Fingerdick sein, aber Kabel mit 10
Quadratmillimeter Durchschnitt sind oft angeraten. Für kleine Anlagen unter 100
Watt darf es auch weniger sein. Für Leitungen zu kleinen Verbrauchern (Radio,
Lampen bis 20W) können ganz gewöhnliche Kabel (1,5 qmm) verwendet werden. Du
kannst mehrere Kabel zu einer Leitung zusammenzwirbeln. So lassen sich auch
gewöhnliche Netzkabel verwenden, je eines für Plus und eines für Minus, wobei
jeweils alle drei Adern zu einer Leitung zusammen drehst.
Achte bereits
bei der Planung deiner Anlage auf möglichst kurze Kabelwege.
Für die Spannung hältst du das Messgerät einfach an die beiden Anschlüsse deren
Spannung du wissen willst. Du kannst dabei alles angeschaltet lassen. Um die
Stromstärke zu messen, musst du die Leitung unterbrechen, und das Messgerät
dazwischen halten. Die Ströme in Solaranlagen sind oft höher als sie mit
billigen Geräten zu messen sind. Die Leistung berechnet sich etwa aus
Stromstärke mal 12 Volt.
Alternative
Leistungsmessung von Verbrauchern: Messe um wie viel die Spannung deiner
Batterie absinkt, wenn du ein Gerät einschaltest. Vergleiche diesen Wert nun mit
dem Spannungsabfall, wenn du Lampen bekannter Leistung anschaltest. Geht die
Spannung um den gleichen Betrag herunter ist auch der Verbrauch des Geräts
genauso groß, wie der der Lampen.
Die Spannung deiner Batterie gibt etwa an wie voll sie ist. Batterien unter 10,5
V sind kaputt. Batterien unter 11,5 Volt sind absolut leer. Gewöhnlich nutzt man
eine Batterie im Bereich zwischen 12 Volt und 13 Volt, kann sie aber bis knapp
über 14 Volt laden. Richtig messen kann man nur, wenn die Batterie nicht
gleichzeitig geladen oder belastet wird. Die Spannungsmessung ist nur bei einer
Batterie aussagekräftig, die einigermaßen in Ordnung ist.
Eine einfach und
deutlich jederzeit ablesbare Spannungsanzeige mit verschiedenfarbigen
Leuchtdioden ist die ideale Unterstützung um ein Gefühl für den Ladezustand und
den Stromverbrauch verschiedener Geräte zu bekommen.
Verschraube die
Anschlüsse an der Batterie mit Kraft. Hier entstehen immer wieder Korrosionen, die
locker aufgesteckte Kabelkontakte mit der Zeit unterbrechen. Alles scheint in
Ordnung, aber es kommt nur noch wenig Strom durch. Die Anlage funktioniert
grundsätzlich, schaltet aber ständig ab. Im Zweifelsfall abschrauben, mit
Schleifpapier blank schmirgeln und wieder fest montieren.
Oft ist aber auch eine einzelne Batterie geschädigt, welche die Leistung der
gesamten Anlage deutlich drückt.
Erstellt auf solar versorgtem System, Stefano,
Dez. 2006
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