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Alles nicht so einfach...
Es ist nicht immer alles
so einfach wie es auf den netten Bildern scheinen mag. Nicht in Häusern
zu wohnen ist immer noch eigentlich verboten und wird immer wieder hart verfolgt.
Wer im Wagen wohnt überschreitet damit jeden Tag geltende Gesetze.
Die beiden Wagenburgen mussten eine Vielzahl erzwungener Umzüge über sich
ergehen lassen, bis sie endlich die beiden Plätze durchsetzen konnten.
Eine dritte Wagenburg schaffte es dagegen keine zwei Jahre sich in
Tübingen zu behaupten, bis sie gewaltsam geräumt wurde.
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5 Jahre lang veranstalten die Wagenburgen im direkt dahinter liegenden
ehemaligen Schießstand Feste, kleine und große Konzerte, Vorführungen,
Kinderprogramme, Workshops und schließlich jede Woche Hausbar. Highlight
waren die Kulturtage, eines der größten unkommerziellen Tübinger
Kulturevents.
Das Bild zeigt das zur Hausbar umgebaute Segment des Schießstands an einem typischen
Dienstagabend mit Feuer und Livemusik.
Im Zuge der Eingrenzung der Wagenburgen nimmt die Stadt
jedoch diesen Geländeteil nicht in den Pachtvertrag mit auf.
Vorsicht,
wenn du hier klickst, siehst du den ganzen Schlammassel.
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Deutschlandweit ist die Mehrzahl der
Plätze, meist nach erbitterten Auseinandersetzungen mit den BewohnerInnen,
wieder geräumt
worden. Die bestehenden Plätze sind, wenn überhaupt, in aller Regel nur
geduldet und haben keine
Sicherheit in Zukunft weiter bestehen zu können.
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Auch Kuntabunt und
Bambule bekamen erst nach etwa 10 Jahren überhaupt Verträge, die das Wohnen
wenigstens halbwegs legalisieren. Dabei mussten wir Einiges uns an´s Herz
Gewachsene abgeben, auch ein Drittel der von uns besiedelten Fläche und
dazu einigen Quatsch mit unterschreiben. Die Zukunft, ob wir weiter im
Wagen wohnen dürfen, für uns 60 Menschen, die wir teils seit 20 Jahren hier wohnen, oder hier
geboren sind bleibt weiter unsicher. Das ist nicht schön.
Nur wenige Menschen
möchten in Wagen leben. Dennoch, unser Platz ist zu
klein für alle Menschen, die in Tübingen gerne so wohnen wollten. Wem gehört
die Welt? Wer nimmt sich das Recht jemanden vorzuschreiben, ob er im Wagen
oder im Haus wohnen muss? Zugegeben, es braucht Regelungen für die Flächennutzung. Aber Raum für noch etliche Wagenplätze
wäre allemal da, eine Wagenburg versiegelt keine Flächen. |
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1935
"zweckmäßig und behaglich"
Zur Kriegsvorbereitung wird auf freiem Feld die Burgholzkaserne errichtet.
Nach dem Krieg wird sie für fast 50 Jahre vom französischen Militär
genutzt.
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1991
Nach dem Abzug der Franzosen ziehen Menschen einfach so in die zahlreichen leer stehenden Gebäude der ehemaligen Kaserne ein. Bunte, alternative
Kultur kann kurz aufblühen. Auch die Wagenmenschen der Kuntabunt siedeln
sich nach zahlreichen erzwungenen Umzügen auf dem Kasernenareal an.
Februar 1993
Unter dem Motto "Keine zweite Wagenburg in Tübingen" wird die Bambule von
ihrem Platz mit massivem Polizeiaufgebot vertrieben, dann werden sämtliche
Wagen von der Straße weg beschlagnahmt. Die Stadt lässt die Wagen
wegbringen und aneinander ketten, und fordert Geld um die Wagen
zurückzugeben.
Die so obdachlos Gewordenen ziehen darauf für etwa 10
Tage unter die Arkaden des Tübinger Rathauses. Es gibt einen Wärme
spendenden Ofen, Essen für alle und abends schauen wir Charlie Chaplins
"Goldrausch" an der Rathausfassade.
Die Stadt gibt zuletzt nach. Die Bambule bekommt ihre
Wagen zurück und darf sich als "Erweiterung" neben die Kuntabunt stellen.
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1994
Die Stadt vermietet, wohl versehentlich, eine Halle an
Wagenbürger. Diese wird zur "Schrauberhalle": Eine riesige
Gemeinschaftswerkstatt um LKWs und Bauwagen wohnlich umzubauen. Eine Menge
neuer mobiler Wohnungen sind hier entstanden.
Im laufe der Zeit lässt die Stadt das Areal zu einem
modernen Wohn- und Arbeitsviertel umgestalten. Bei den Planungen wir freilich
nicht berücksichtigt, dass hier schon viele Menschen wohnen und arbeiten.
Sie müssen weg... oder kaufen.
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2008
Die Südstadtentwicklung wird nach ca.15 Jahren abgeschlossen.
Die verlassenen Hallen und Gebäuden der ehemaligen Kaserne mit
verschiedenen alternativen Projekten sind größtenteils abgerissen. An
ihrer Stelle wurde in unserer direkten Nachbarschaft ein neues, lebendiges
Stadtviertel aufgebaut:
Das Französische Viertel.
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